Dienstag, 26. Juli 2011

--- vs. ---

Ich kann nicht schlafen. Ich habe versucht meinem Kopf zu sagen, er soll still sein, aber er will nicht. Trotzdem ich hier gerade in --- einen Film drehe, habe ich doch so etwas wie "frei". Und das erste Mal seit Langem die Gelegenheit, über mein Leben nachzudenken, ohne ständig von Ort zu Ort zu rennen. Natürlich ist da auch der Dreh, aber bis auf zwei Tage letzte Woche war das eher sehr entspannend.
Ich lese deutlich mehr als sonst, das ist anders. Ich wohne gerade bei ---, meinem Freund und wir haben die letzte Woche als richtiges Paar verbracht. Wir wohnen gerade zusammen. Leben zusammen. Ich erwische mich jeden Tag dabei, an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten laut loszulachen. Ich fühle mich echt glücklich. Ich liebe ihn. Ich liebe die Freiheit, die ich gerade spüre. Und ich denke über Zukunft nach. Ich lege endlich mal dieses dumme "von Tag zu Tag"-Leben ab und grüble darüber nach, wie ich mein Leben verbessern kann.
Mit dem Fitnessstudio habe ich ja schon angefangen. Sehr gut. Sport ist sehr zentral, weil es mir Energie gibt und die brauche ich. Viel davon.
Lesen will ich mehr. Theater Heute und Spiegel. Theaterstücke. Mehr intelligentes Zeug. Ich will mit dem aktuellen Geschehen im Theater up to date bleiben. Muss. Ich will nicht in --- versauern und ich will nicht naiv bleiben. Anfängerglück hält nicht ewig.
Die Serien muss ich auch runterschrauben. Das entwickelt sich da ja schon ganz gut. So viel ist das ja gar nicht mehr. Auch die Regel, nur eine Sendung am Tag zu gucken - maximal zwei, kann mir da sehr helfen. Gefährlich ist da, dass da jetzt viele coole Videospiele auf mich zukommen. Vielleicht kann ich ja den Sonntag zum Endlosspaßtag erklären. Auf jeden Fall sollte ich zumindest einen Tag in der Woche haben, wo ich tun und lassen kann, was ich will. Essen, Trinken, Spielen, Gucken, Masturbieren. Einen Tag nur für mich - ohne Karriere.
Wenn ich wieder in --- bin, installiere ich --- und fange an mir selbst ein Demoband zu schneiden. Ich will in den --- Tatort. Punkt. Ich will Drehtage und das ist harte Arbeit. Ich will eine Agentur in Berlin. Und zwar eine gute. Also: Demoband. Und anfangen, Tatort zu gucken. Ich will ins Deutsche Fernsehen? Dann muss ich wissen, wer es macht. Caster und Regisseure rausschreiben und so'n Zeug.
Diplomarbeit schreiben! Und --- einen Brief! Vielleicht anderen Leuten auch? Briefe sind cool, Mann!
Du wolltest Klavierspielen lernen. Vergiss das nicht!

Ich denke, ich habe da endlich einen Schleier abgelegt. Die Schule hat es doch geschafft mich einzulullen. Da studiert man so munter vier Jahre vor sich hin und fühlt sich wohl im geschützten Raum. Jetzt muss ich aber plötzlich auf eigenen Beinen stehen und ich denke mir: "Hey, da hat mich niemand drauf vorbereitet. Schweine." Aber das kann ja gar niemand außer mir selbst. Ich frage mich, worauf ich eigentlich gewartet habe?! Ich habe immer auf den Tag gewartet, an dem mein Leben beginnt. Es ist da. Und es beginnt, wenn ich es sage. Aber ich habe mich zu gern versteckt. Das muss ein Ende haben.
Ich sperre mich ja gern gegen Disziplin und Regeln, aber ich bin dadurch in den letzten Jahren im Gegenteil gelandet. Chaos regiert meine Welt. Ich weiß, dass ich mal gesagt habe, dass das Chaos mich vielleicht eines Tages vor mir selbst rettet. Vielleicht bin ich an diesem Punkt vorbei. Ich habe --- gesagt, dass ich ihn Liebe, bin derb auf's Maul geflogen und habe dann endlich einen Teil meines Lebens hinter mir gelassen. Die Scherben sind zerflossen. Ich bin an der nächsten Haltestelle und dort scheint wieder die Sonne. Metaphermodus bitte wieder aus.

Wie verbleibe ich also diese Nacht? Schön sich Pläne für die Realität zu machen, wenn man gerade Urlaub vom Leben hat. Halte ich sie dann auch ein, wenn ich wieder in --- bin? Wer kann mich da zwingen, außer mir selbst? --- vs. ---. Er ist wohl der einzige. Also los. Rette mich. Rette dich.

Dienstag, 5. Juli 2011

Chaos. Leben. Freiheit.

Chaos.
Chaos.
Chaos.
Heute feiere ich einen kleinen Sieg über mich selbst. Ich bin fest der Meinung mit --- abgeschlossen zu haben. Ich habe die Schule hinter mir gelassen. Ich habe --- hinter mir gelassen. Und endlich habe ich mir mal die Realität meines Lebens angesehen. Tut weh. Tut gut.
Und endlich.
Endlich. Endlich.
Habe ich eine Idee meiner nächsten Zeit. Ja, vielleicht schon einen neuen Traum. Karriereleiter hinaufklettern. Stück für Stück.
Ausschlaggebend war in erster Linie ein Satz von ---. Höchstvulgär und eher humoristisch, wie immer, aber eben auch mit diesem Fünkchen Wahrheit. Wenn ich ein Mann wäre, würde ich einfach immer denken, dass ich den größten Schwanz habe. Und wie gut es tut so zu denken. Dazu kommt ein Gespräch, dass ich mit --- (also ---) geführt habe. Ich habe ihr erzählt, dass ich nicht gerne bei Woolworth einkaufe, weil ich nicht so sein möchte, wie die Menschen, die eben in diesem Laden einkaufen. --- meinte, dass sie mich gar nicht so intolerant einschätzen würde und ich meinte, dass ich das nicht intolerant meinte, sondern eher arrogant. Wunderbar. Ich kann arrogant sein.
Warum mich das freut? Weil es bedeutet, dass ich auch immer den größten Schwanz haben kann und schwuppdiwupp ist meine viel zu lange auf Eis gelegte Lebensfreude und -energie wieder da. Schamlos flirten bei GayRomeo, Probetermin bei nem neuen Fitnessstudio. Mein neues Ziel ist ein Fitnessmodel zu sein. Haha!
Ein seltenblödes Ziel, ich weiß, aber wenn nicht mit ---, wann dann? Und wenn ich auch nicht ganz bis zum Ende durchhalte, habe ich wenigstens ein paar Wochen damit Spaß.
Also.
Weniger Alkohol. Weniger schlechtes Essen. Mehr Laufen. Weniger Fernsehen. Mehr Theater. Mehr Lesen.
Und ---?
Chaos. Er b e f r e i t mich davon. Wie konnte er das nur passieren? Die letzten zwei Tage war ich als Überraschung in seinem ---. Das Theater weiß nichts von meiner 600km Reise. Und ich lebe. Und ich liebe. Meine Freunde mögen ihn. Seine Freunde mögen mich. Und wir beide. Wachsen mehr und mehr zusammen. Und ich will das. Ich will ihm näher kommen. Ich will ihn lieben. Und wenn das heißt, dass wir uns nicht jeden Tag sehen können, dann ist mir das egal. Wenn wir uns das nächste Mal sehen, kennen wir uns schon ein halbes Jahr. Kennen gelernt haben wir uns an ---. Etwas an ihm fühlte es sich an, Wert genug zu sein, darum zu kämpfen und ich habe ihm eine Facebook-Nachricht geschickt und alles auf eine Karte gesetzt. Ich war eben endlich mal mutig und bin über meinen Schatten gesprungen. Zum Glück.
Eines Tages werde ich frei sein. Eines Tages. Und wenn das nicht möglich ist, dann kämpfe ich immer weiter. Nur das Chaos kann mein Leben ordnen. Nur im Chaos liegt die Freiheit. Ich weiß noch nicht, was die Freiheit ist, aber ich habe das Gefühl, dass sie für mich richtig sein wird.
Chaos. Chaos. Chaos.
Chaos. Chaos. Leben.
Chaos. Chaos. Freiheit.

Samstag, 2. Juli 2011

Da sind so viele Dinge, die ich nie sagen könnte...

Nicht viele Menschen haben die Liebe bisher verstanden. Shakespeare war einer. Liebe hat die Macht deine Seele zu zerreißen. Liebe ändert alles. Immer wieder. Jeden Tag.
Ich liebe denke ich oft abends an meinem Fenster. Wenn eines Tages meine Zeit gekommen sein wird, werde ich sagen können, dass ich geliebt habe. Das ist mir wahrscheinlich das wichtigste in meinem Leben.
Ich habe mich verliebt. Ganz neu. Und ich habe die größte Angst in meinem Leben davor. Denn es ist das erste Mal, dass ich nicht gleich wieder an ein Ende oder einen Abschied von ihm denke. Ich will nicht, dass es endet. Ich liebe ihn. Wunderschön. Grauenhaft.
Mein Herz ist gebrochen. Ich liebe seit langem einen Mann, der mich nicht liebt. Zerflossen bin ich über ihn. Jedes Mal, wenn ich ihn sehe will ich sagen, dass ich ihn liebe. Wenn ich es tue, kommt eine Lüge zurück. Ich habe es getan. Ich liebe ihn. Wunderschön. Grauenhaft.

Wieviel Liebe habe ich eigentlich?

Scheiße. Liebe. Scheiße.

Der Traum meines Lebens ist vorbei. Ich hatte ein tolles Leben an meiner Schauspielschule, aber so viele Nächte ich auch mein Fenster bewache. Es ist vorbei. Es kommt nie wieder. Es ist Zeit für einen neuen Traum.
Also beende ich mein altes Leben. Eine Art Selbstmord, die niemand sehen oder hören wird. Ganz heimlich werde ich mich heute Nacht in den Schlaf weinen und dann ist es vorbei. Die Schule. Die Stadt. Die Menschen. Die Liebe. Und wie Edith Piaf beginne ich einfach von vorn. Mit ihm.